Philosophie

Gerade die lange Beschäftigung mit vorhandener Bausubstanz lehrt früh, ein Gleichgewicht zu suchen, zwischen der Selbstverwirklichung und dem Respekt vor dem bereits Gebauten. Jahrhunderte alte Fachwerkhäuser und Gebäude der Gründerzeit mahnen, sich in bestimmten Bereichen der Sanierung selbst zurückzunehmen, sich in die vorgegebene Struktur der Bauwerke einzuordnen und häufigst auch die Belange der offiziellen "Denkmalpflege" zu integrieren, gerade ohne sich in reiner Rekonstruktion zu verlieren. Es gilt jedes Mal wieder, die Gelegenheit zu suchen und zu finden, mit eigenen Architekturvorstellungen Lücken zu schließen, alte Handwerkdetails neu zu interpretieren, Kontraste zu zeigen und das Zusammenwirken von Alt und Neu aufzuwerten und zu harmonisieren.

Im "Magnihotel", in einer der Traditionsinseln des alten Braunschweigs, waren die neuen Anforderungen eines Hotels mit 40 Zimmern, Restaurant und Konferenzräumen in ein denkmalgeschütztes Fachwerkensemble so zu integrieren, dass alte Baustrukturen und Fachwerkfassaden optimal zusammenwachsen mit einer modernen und technisch hochwertigen Hotelnutzung. Dieser Anspruch wurde erfüllt. 1995 wurde das "Magnihotel" mit dem "Niedersächsischen Denkmalpreis" ausgezeichnet.

Parallel zu den Revitalisierungen nahmen bald aber auch die Neuprojekte einen immer größer werdenden Teil der Architekturtätigkeit ein. Damit erhielt auch die "Zeichensetzung" einen größeren Stellenwert. Gewerbliche Bauherren von Verwaltungsgebäuden, Verkaufsstätten und Banken verlangten nun geradezu danach, Signifikanz zu bauen. Die Architektur sollte neben Funktionalität auch Selbstbewusstsein ausdrücken, wiedererkennbar sein, werben und repräsentieren. Eine Realisierung dieser Bauaufgaben im innerstädtischen Raum gab demgegenüber Form, Material und Rhythmus vor.

So entstanden in Braunschweig die Verwaltung der "Barmer Ersatzkasse", die Niederlassung der "Bosch AG", die Filiale der "Ärzte- und Apothekerbank" und der Sitz einer großen Wohnungsbaugesellschaft. Unterschiedlichste Ansprüche der Nutzer, aber auch unterschiedlichste Materialien und Bauweisen führten doch immer zu ähnlichen Ergebnissen: Dominanz ohne Arroganz der gebauten Umgebung gegenüber. Konsequent zu Ende gedacht, führte die architektonische Umsetzung der "Zeichenhaftigkeit" 2000 dann zur intensiven Zusammenarbeit mit einem amerikanischen Künstler und der Realisierung eines Künstlerhauses als überdimensionale Pop-Skulptur.